Hexenhaus – Grundstückssuche

Nun ist es schon eine ganze Weile her, dass ich die neue Kategorie „Hexenhaus“ angekündigt habe. So langsam sollte ich auch mal was dazu schreiben. Die Dinge entwickeln sich zwar langsamer, als uns lieb ist, aber wir sind inzwischen doch auf einem guten Weg zum baldigen Baubeginn.

Die erste Hürde auf dem Weg zum eigenen Haus war natürlich die Grundstückssuche und unvermeidbar dabei die Begegnung mit verschiedenen Exemplaren der Spezies „Makler“.
Der klischeekonforme Immobilienmakler ist männlich, 30-40 Jahre alt, dynamisches Auftreten, gepflegtes Äußeres, verspätet sich 5-10 Minuten und entsteigt vorzugsweise einem Auto der Marken BMW, Mercedes, Audi oder Porsche. Einer der wichtigsten Sätze in seinem Repertoire lautet: „An Ihrer Stelle würde ich mich schnell entscheiden; die Nachfrage ist hoch.“
Selbstverständlich begegneten wir im Laufe unserer Suche auch anderen Exemplaren: pünktlichen weiblichen, älteren männlichen, sogar unaufdringlichen. Aber den Satz mit der hohen Nachfrage hörten wir fast jedes Mal. Es stimmte ja auch: Gute, bezahlbare Grundstücke waren rar gesät und schnell vergriffen. Irgendwie suchten die meisten Interessenten das gleiche: Einen Bauplatz nahe der Stadt Dresden, natürlich im Grünen, aber nicht zu weit ab vom Schuss, ruhige Lage, nicht zu klein und nicht zu riesig, kein zu steiler Hang, keine Altlasten. Kurzum: Die eierlegende Wollmilchsau.
Anfangs hatten wir ja noch ein Grundstück „so richtig im Grünen“ gesucht: 1.000 Quadratmeter auf dem Land, am besten in völliger Stille, ein Wald oder See gleich nebenan. Diese Vorstellung korrigierten wir aber schnell, als wir merkten, dass wir – obwohl beide ländlich aufgewachsen – mittlerweile ziemliche Stadtmenschen geworden waren. Wir hatten uns so an öffentliche Verkehrsmittel, nahe Einkaufsmöglichkeiten, Restaurants, Kultur, ausreichen Ärzte und die Gesellschaft von Menschen jeder Altersstufe gewöhnt, dass wir kleine, gar zu abgelegene Dörfer mit ihren alteingesessenen Bewohnern scheuten. Außerdem hatten wir keine Lust, die Kinder mehrmals pro Woche durch die Gegend zu kutschieren, weil der Bus nur wochentags jeweils einmal 8, 12 und 16 Uhr vorbeikam und die Freunde zwei Dörfer weiter wohnten.

Insgesamt dauerte unsere Suche zwei Jahre. Dann wurden eines Tages auf einem Immobilienportal mehrere Parzellen in einem hübschen kleinen Baugebiet angeboten. Die Lage war genau das, was wir uns vorgestellt hatten: Ruhig und dennoch gut angebunden, die Autobahn nur fünf Minuten entfernt, mehrere Busse in verschiedene Richtungen, der Kindergarten gleich nebenan, der zukünftige Arbeitsweg absolut im Rahmen und die Fahrzeit zu Oma und Opa kürzer als wir je zu hoffen gewagt hatten. Uns wurde klar, dass wir bei der aktuellen Marktlage kaum etwas Besseres finden würden.
Wir machten also einen Ausflug zu dem zukünftigen Baugebiet und schauten uns um. Es war eine fast vollkommen flache Wiese, eine Lücke in der bisherigen Bebauung, bewachsen nur von ein paar schönen alten Obstbäumen. Wir ließen unseren Blick über die Fläche schweifen und überlegten, wo wir uns unser Haus am besten vorstellen konnten. Ich zeigte spontan auf die allerhinterste Ecke, wo Carport und Hecke des Nachbarn schon eine gute Begrenzung bildeten und sagte: „Das da hinten sieht gemütlich aus. Wenn das Grundstück noch frei ist, schlagen wir zu.“
Und so war es.

So begann unser Projekt „Hexenhaus“

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Hexenhaus.

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