Büchermonat Mai

Im Mai gab es zwei Neuzugänge; beide gebraucht, weil ich irgendwie mein ganzes „Taschengeld“ (der Teil der Familienkasse, den ich monatlich verschleudern darf) für Klamotten und Schuhe ausgegeben hatte. Gelesen habe ich drei sehr unterschiedliche Bücher, davon einen packenden Thriller, der mich sehr nachdenklich gestimmt hat.

 

Neuzugänge

Sten Nadolny – Weitlings Sommerfrische
Diesen Monat habe ich nach langer Pause mal wieder ein Buch von Sten Nadolny gelesen (Selim oder die Gabe der Rede) und das hat mir so gut gefallen, dass ich nach weiteren Büchern von ihm Ausschau halten musste. Dieses Exemplar habe ich bei Booklooker aufgetrieben, für 1,80€ inklusive Versand. Ich bin gespannt, ob es mit den Geschichten von Nadolny mithalten kann, die ich bisher kenne.

 

Alfred Andersch – Sansibar oder der letzte Grund
Eine Kollegin war neulich zum Elternzeit-Besuch bei uns auf Arbeit und hatte einen Beutel voller aussortierter Bücher in der Kaffeeküche abgestellt. Meistens werde ich unter solchen Opfern spontaner Aufräumlust nicht fündig, aber diesmal habe ich doch eins vor dem Tod im Papiermüll gerettet. Ich meine mich zu erinnern, dass ich es mal auf irgendeiner Wunschliste stehen hatte. Ich erinnere mich bloß nicht mehr, warum ich es dort wieder gelöscht habe. Egal, jetzt bekommt es eine Chance.

 


Gelesen

Sten Nadolny – Selim oder die Gabe der Rede
Von Sten Nadolny habe ich vor einigen Jahren „Die Entdeckung der Langsamkeit“ gelesen und fand den Erzählstil sehr fesselnd und berührend; irgendwie anders. Seine Charaktere sind keine blassen, leblosen Figuren oder wandelnde Klischees, sondern immer etwas Besonderes. So ist es auch bei diesem Buch, einer Erzählung über die Kunst des Erzählens, eingebettet in die Lebensgeschichte eines türkischen Gastarbeiters. Zwar gab es zwischendurch ein paar Längen, manchmal häuften sich für meinen Geschmack auch die literarischen Kunstgriffe zu stark, aber am Ende war ich wieder versöhnt.

 

Marc Elsberg – BLACKOUT
Normalerweise lese ich keine Thriller. Sie lassen mich schlecht schlafen und wecken in mir das ungute Gefühl, dass bald etwas Schlimmes passieren wird. „BLACKOUT“ hatte ich trotzdem auf meiner Bookcrossing Wunschliste, weil ich das Szenario interessant fand… und prompt hat es mir eine nette Bookcrosserin zugeschickt.
Ich muss sagen: Das Buch hat mich richtig gefesselt und sehr nachdenklich gemacht. Ich habe lange keine 800 Seiten in so kurzer Zeit verschlungen. Zu real war die Bedrohung, um die es in der Geschichte geht; zu existenziell die Ängste, die damit einhergehen: Was wäre, wenn in fast ganz Europa für mehr als eine Woche der Strom ausfiele? Spontan denkt man an Dinge wie Licht, Kühlschränke, Fernseher, Computer, Handys – eben alles, was man von kleineren Stromausfällen kennt. Dass die Tragweite viel gewaltiger ist, macht einem dieses Buch klar: Trinkwasser, Heizung, Hygiene, Lebensmittel, Banken, medizinische Versorgung, Treibstoff (ohne Strom keine Pumpen), Telefon,… Wir sind erschreckend abhängig von Elektrizität, das ist mir jetzt wieder richtig bewusst. Um dieses Buch zu verdauen, habe ich ein paar Tage gebraucht.

 

Moritz Matthies – Dumm gelaufen
Nach dem Thriller brauchte ich dringend wieder was Witziges: Einen neuen Fall für Erdmännchen Ray und den alkoholaffinen Privatermittler Phil. Matthies‘ Erdmännchen-Reihe finde ich saukomisch. Okay, manches wirkt etwas unglaubwürdig, zum Beispiel wenn ein Gyrocopter von einem Ferrari verfolgt wird und ich mich frage: Warum fliegt der immer genau über der Straße? Damit er das Auto nicht aus Versehen abschüttelt?
Auch recht gezwungen: Die Ermittlungen finden in dem fiktiven brandenburgischen Kaff Nowehr statt. – Nowhere, nirgendwo, haha, kapiert? Und der örtliche Polizist heißt Kliff Henger. Muhaha! Ansonsten aber unterhaltsame, leichte Lektüre mit witzigen Ideen.

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Bücher.

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