Beikost-Bedenken

Wenn es um das Thema Beikost geht, kann man als frischgebackene Mutter schonmal verzweifeln. Überall hört und liest man Meinungen, jeder will es besser wissen, manche schwören auf neueste Erkenntnisse, andere auf die Erfahrungen früherer Generationen, wieder andere auf die Lebensweise unserer steinzeitlichen Vorfahren. Viele Aussagen widersprechen sich vollkommen, besonders wenn es um allergiegefährdete Kinder geht, wie unseres leider eins ist. Man will ja als Mutter auch alles richtig machen. Wie soll ich jemals wieder in den Spiegel schauen, wenn mein Spatz Neurodermitis, Asthma und frühen Diabetes entwickelt, nur weil ich ihm vor dem 12. Monat Gluten zugemutet habe?! Oder wenn er tausend Lebensmittelallergien bekommt, weil er Gluten nicht vor Ende des 6. Monats unter dem Schutz der Muttermilch kennengelernt hat? Wenn sein kleiner Darm lebenslang geschädigt ist, weil er vor dem dritten Jahr mit Fleisch kämpfen musste, was, wie unsere Osteopathin sagt, ein fataler Fehler wäre?
Konfrontation mit Allergenen gegen Vermeidung, Brei gegen Baby-led Weaning, Möhre gegen Pastinak, Trennkost gegen Mischkost, Beikoststart mit 4 gegen Beikoststart mit 6 gegen Beikoststart mit 12 Monaten gegen Beikoststart-wenn-Baby-will-egal-wie-lange-es-dauert…

Uff. Und ich hatte mich so auf den ersten Brei gefreut, es mir so schön ausgemalt: Mit etwa 5 Monaten würden wir es zum ersten Mal mit einem Gemüse probieren, dann Kartoffel dazu, dann gelegentlich Fleisch, später Milch-Getreide-Brei (anfangs halb Wasser halb Milch), und so weiter. Mein Mann und die Oma könnten dem Kleinen endlich auch etwas zu Essen geben und ich könnte bald mal länger als 2 Stunden ohne Baby das Haus verlassen.

Tja. Vor allem nach dem Aufschrei der Osteopathin angesichts solcher Pläne war ich verunsichert. Gefährdete ich die Gesundheit meines Kindes?

Ich habe jetzt eine Weile mit mir gerungen, mit anderen Müttern gesprochen, mich so gut es ging belesen… Meine Entscheidung steht: Unser Sohn darf in Kürze (nach der dritten Impfung) den ersten Brei kosten. Er wird gelegentlich Fleisch bekommen, wenn er Gemüse und Kartoffeln kennen gelernt hat und er wird bald darauf Gluten und Kuhmilch in Maßen in seiner Nahrung vorfinden. Basta.

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