Rückbildungskurs und Schreidrama

Gestern war ich zum ersten Mal beim Rückbildungskurs und mein Mann blieb mit unserm Sohn zwei Stunden allein zu Hause. Ich hatte direkt vor der Abfahrt nochmal gestillt, ahnte aber schon Schlimmes, weil der Kleine nicht so richtig zufrieden war und sich seine Laune um diese Uhrzeit meist nur noch verschlechtert. Um ihn ins Bett zu bringen, fand ich 18 Uhr noch zu früh. (Sonst schläft er selten vor 19.30 Uhr ein. Versuche, ihn eher schlafen zu legen, endeten meist mit viel Gemecker und/ oder sehr kurzen Schlafphasen die ganze Nacht hindurch.) Also hatte mein Mann Order, ihn irgendwie zu bespaßen, eventuell mit dem Wagen eine Runde zu gehen und notfalls abgepumpte Milch aufzutauen. Das Trinken aus der Flasche ist zwar bisher ein mittleres Desaster, aber wenigstens kommt neben viel Luft auch was Nahrhaftes in den Bauch.
Beim Kurs konnte ich mich recht gut entspannen. Es kam auch kein Anruf, daher war ich zuversichtlich. Als ich jedoch nach Hause kam, erwarteten mich ein Kind, das sich die Seele aus dem Leib brüllte und ein resignierter Papa. Die meiste Zeit über hatte der Kleine geschrien und sich kaum beruhigen lassen. Allerdings war mein Mann auch nicht mit ihm vor die Tür gegangen und hatte keine Milch aufgetaut. („Bis ich die Flasche endlich fertig gehabt hätte, wärst du eh wieder da gewesen.“)…  Jetzt zog er ihn gerade, wie abgesprochen, fürs Bett um und hatte jeden Versuch, beruhigend einzuwirken, aufgegeben. Ich schnappte mir mein völlig aufgelöstes Baby vom Wickeltisch und drückte es erstmal an mich. Der Kleine schwitzte vom Schreien und war knallrot. An meiner Schulter hörte er kurz auf mit Weinen, wir zogen ihn fertig um und ich legte ihn so schnell wie möglich an. Er schüttete gierig beide Brüste in sich rein und schlief dann ein, zu erschöpft für ein Bäuerchen.
Er tat mir so leid! Beim nächsten Mal müssen wir das unbedingt besser planen. Wir müssen das Trinken aus der Flasche üben und mein Mann muss sich notfalls die Zeit nehmen, Milch aufzutauen. Am besten wäre es, er könnte den Kleinen halb acht mit Fläschchen ins Bett bringen. Vielleicht probieren wir das diese Woche mal.

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