Buch der Schatten – manchmal ist der Weg das Ziel

Weil das Thema bei mir gerade  sehr aktuell ist, möchte ich euch heute von den Stationen meiner Reise zu meinem persönlichen Buch der Schatten erzählen.

Alles beginnt mit meiner Liebe zu Papier, Handschrift und Notizbüchern und natürlich mit meinem Interesse für das Hexentum. Da ich schon immer eine Leseratte war, habe ich natürlich auch bald davon erfahren, dass viele Hexen ein Buch der Schatten (BdS) führen und darin ihr Wissen und ihre Erfahrungen festhalten. Übrigens – das nur nebenbei – mag ich die dramatisierende Bezeichnung „Buch der Schatten“ nicht besonders. Aber in Ermangelung eines besseren Namens und weil einfach jeder sofort weiß, was gemeint ist, benutze ich sie trotzdem.
Jedenfalls habe ich mir schon im Teenageralter eine Art spirituelles Tagebuch zugelegt und dort ab und zu Zitate aus Büchern und persönliche Erlebnisse eingetragen. Aber ich fand so ein Notizbuch nicht geeignet, um dort Wissen zu sammeln. Vor allem weil man die Reihenfolge nicht mehr ändern und misslungene oder veraltete Seiten schlecht entfernen kann. Ein digitales BdS hingegen fand ich zu unromantisch, zu kalt, jedenfalls absolut indiskutabel.
Ein weiterer Nachteil von Notizbüchern war für mich ihre begrenzte Kapazität. Deswegen machte ich mich – inzwischen Studentin – auf die Suche nach einem richtig schönen dicken, am besten in Leder gebundenen Buch. Bei ebay wurde ich fündig und war lange Zeit recht zufrieden mit mächtigen 400 Seiten alt aussehenden Papiers, etwas größer als A4, eingeschlagen in Leder, 4fach gelocht und gehalten durch Lederbänder. Alle Einträge in dieses Buch legte ich natürlich handschriftlich an. Kurz darauf fand ich auch eine Lösung für das Reihenfolge- und Austausch-Problem: Ich ersetzte die Lederbänder durch lange Buchschrauben und konnte dadurch mit wenig Aufwand Seiten rausnehmen und einfügen.
Leider hatte mein dickes, fettes BdS immernoch einige Nachteile: Erstmal war es so massiv, dass man es nur schwer aufklappen, geschweige denn aufgeklappt liegen lassen konnte. Zweitens musste ich halt immer mit der Hand schreiben, denn kein gewöhnlicher Drucker kam mit dem Papier in Übergröße klar. Die Zeit, die dafür ins Land ging, war schon beachtlich. Und drittens war der Umschlag wirklich nur ein Stück Leder, das von den Schrauben an seinem Platz gehalten wurde. Die ganze Sache war also relativ instabil und die Lochung begann auch, an den Schraubenhälsen auszufransen. Vor ein paar Wochen fing ich also an, mir wiedermal Gedanken über eine bessere Lösung zu machen. Erst überlegte ich, selber einen stabilieren Einband für meinen Papierstapel zu basteln. Aber nach und nach musste ich mir eingestehen, dass Schreiben am Computer und Ausdrucken der Seiten vielleicht doch eine flexiblere, ordentlichere und zeitsparendere Variante wäre. Ich wollte immernoch ein schönes, dickes, romantisches Buch, aber ich rückte dann doch ein bisschen von der Handschreiberei ab.
Jetzt bin ich auf der Seite http://www.ag-clip.de auf eine schöne Buchschrauben-Lösung gestoßen und so sieht mein damit gebundenes BdS aus:

Dabei handelt es sich um ein Set aus Buchdeckeln, Schrauben, Buchecken und eine schlichte Rückenabdeckung – das alles zu einem erschwinglichen Preis. Die Buchdeckel sind letztendlich nur dicke Pappe mit schwarzem Überzug – ich hoffe sie halten eine Weile. Im Buchrücken ist ein Stück Kunstleder eingesetzt – leider nur so lang wie ein A4-Blatt, damit es genauso gelocht werden kann. Deswegen stehen die Deckel leicht über. Die unterschiedlichen Papierfarben kommen dadurch zustande, dass ich unten relativ billiges gelbliches Papier als „Platzhalter“ eingelegt habe und obendrauf teures pergamentartiges,von dem ich später ein bisschen nachkaufen will. Jetzt kann ich endlich flexibel Seiten tauschen, Fehler ohne großen Aufwand korrigieren, Wissen aus dem Internet ziehen und einfach ausdrucken. Zwar sind es „nur“ ca. 250 Seiten, aber dafür kann ich – sollten die jemals voll werden – leicht ein zweites Exemplar anlegen. Jetzt muss ich nur die handgeschriebenen Sachen aus dem alten BdS digitalisieren.
Bin richtig zufrieden. Aber bekanntlich ist der Weg das Ziel und wer weiß was mir noch alles einfällt *gg*

P.S.: Namesvorschläge als Ersatz für „Buch der Schatten“ nehme ich gern entgegen!

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Ein Kommentar zu “Buch der Schatten – manchmal ist der Weg das Ziel

  1. Tana sagt:

    Oh das ist wirklich perfekt!
    Wunderschön. Viel Spaß damit.
    (Namen… meins heißt Buch der Sterne, zum Spatz nenn ich das Ding BdS oder Grimoirettchen und ähnliches.)

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