Einkaufen bei Kaufland – für mich eine stressige Angelegenheit.
Der Markt in der Nähe unseres Hauses in Chemnitz jedenfalls ist ein giganitisches Konsumlabyrinth, in dem Tag für Tag arglose Kunden an die Grenzen ihrer Friedfertigkeit getrieben werden. Und es gibt keine Abkürzung. Man muss den ganzen Weg durch die endlosen Regalreihen gehen und sieht sich dabei mit seinen primitivsten Emotionen konfrontiert. Schon in der Obst- und Gemüseabteilung spüre ich die Spannung in der Luft. Zum Glück kann ich ohne größere Zwischenfälle ein paar Bananen und Nektarinen erbeuten. Aber dann muss ich hinein in das Gangsystem, das – scheint mir – gerade breit genug für zwei Einkaufswagen ist. Stehenbleiben zieht unbequeme Begegnungen mit Schirmen, Ellenbogen und anderen Einkaufswagen nach sich. Darum hat man Samstagvormittags gegen elf Uhr auch nicht viel von der riesigen Auswahl. Entweder man weiß, was man sucht, und peilt es schon von weitem an, oder man muss nehmen was man im Vorbeigehen zu fassen kriegt. Nachdem ich erfolgreich einen Teil meiner Einkaufsliste abgearbeitet habe – bis dahin ohne schwere Verletzungen – ziehe ich mich auf der Suche nach Pistazien und ein bisschen Ruhe in einen Seitengang zurück. Die Pistazien finde ich auch, die Ruhe leider nicht. Denn gerade als ich glücklich meine Lieblingsnüsse in der Hand halte, öffnet sich vor mir ein monströses Rolltor und spuckt einen Joghurtstapel auf Rollen aus, der eine Angestellte hinter sich herzieht. Die Milchprodukte kommen genau auf mich zu und ich lege den Rückwärtsgang ein. Zum Glück gibt es in diesem Markt keine Verkehrsregeln! Auch wenn doch in stummem Einverständnis ein Rechtsfahrgebot eingehalten wird. Ich jedenfalls fädele mich irgendwie in den Strom der Konsumenten ein und setze meinen Weg fort. In der Nöhe der Fischtheke überkommt mich aufgrund der schlechten Luftverhältnisse Übelkeit. Ich verspüre das dringende Bedürfnis, eine Kaffeepackung aufzureißen und meine Nase darin zu versenken. Davon lenkt mich nur ein übermütiger Einkaufswagen-Verkehrsrowdie ab, der mit einer Geschwindigkeit von mindestens zwei Wurstregalen pro Sekunde von rechts meinen Gang kreuzt. Meine Vollbremsung verhindert einen Zusammenstoß, treibt mir aber den Einkaufswagen meines Hintermannes in die Hacken. Da endlich kommen die Kassen in Sicht. – Sonne! Luft!! Freiheit!!! Wieder einmal geschafft.
So, jetzt muss ich aber los. Ich will mir noch ein T-Shirt drucken lassen mit der Aufschrift: „I survived Kaufland.“

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